Von den reinrassigen und den offenen Schlittenhunden
Im Schlittenhundesport gibt es verschiedene Verbände - ähnlich wie im Boxsport! Nur mit dem Unterschied, dass nicht jeder bei jedem Verband starten darf. Das hat sicherlich ganz wichtige Gründe. Ich möchte es hier nicht zu akademisch machen, sondern einfach nur erwähnen wie es ist - ohne Wertung.
Bei den reinrassigen Verbänden gibt es gleich zwei, die reinrassigen, die nur die allerreinsten Hunde starten lassen. Dort können sogar normale Reinrassige nicht geduldet werden, weil sie beim Konkurrenzverband gestartet sind. Daneben gibt es die Reinrassigen, die aber mit den Nicht-Reinrassigen kooperieren. Dann gibt es die "Offenen", also die Nicht-Reinrassigen, die Mischlinge so zu sagen. Hier dürfen alle Hunde starten. Für die Reinrassigen gibt es bei den "Offenen" eine Sonderwertung. Alles klar?
In der Regel gilt, dass die Mischlinge schneller sind als die Reinrassigen. Obwohl ein uninformierter Zuschauer davon ausgeht, dass die reinrassigen Schlittenhunde die typischen und die schnellsten Schlittenhunde sind, ist das beim Schlittenhundesport inzwischen nicht mehr unbedingt so. In Alaska bei den schnellen, hochdotierten Rennen, hat ein reinrassiges Team keine Chance auf einen vorderen Platz. Die rein auf Leistung gezüchteten Schlittenhunde nennt man mitunter "europäischer Schlittenhund", um auf den Ursprung der verschiedenen Zuchtlinien hinzuweisen. Eine Zwischenstufe zwischen dem Siberian Husky und dem europäischen Schlittenhund bildet der Alaskan Husky, eine Mischung von Siberian Husky und anderen renntauglichen Hunden.
Zu den Reinrassigen zählen: Siberian Husky, Alaskan Malamute, Grönlandhund und Samojeden. Manche davon sind als Schlittenhundeteam leider bereits sehr, sehr selten geworden. Siehe www.myblog.de/schlittenhunde-wm2006
Wenn auch die so genannten "offenen" oder europäischen Schlittenhunde Mischlinge sind, so steckt doch hinter jeder Zuchtlinie ein ausgeklügelter Zuchtplan.
Die IFSS (International Federation of Sleddog Sports) steht für die "offene" Betrachtungsweise des Schlittenhundesports, d.h. hier dürfen alle Hunde starten.
Die IFSS Schlittenhunde - Weltmeisterschaften seit 1990
1990 Sils, CH 1991 Winnipeg, CAN 1992 Bad Mitterndorf, A 1993 Fairbanks, USA-Alaska 1994 Todtmoos, D 1995 Lake Placid, USA 1997 Joensuu, Finland 1999 Sils, CH 2001 Fairbanks, USA-Alaska 2003 Todtmoos, D 2005 Dawson City, CAN 2007 Gafsele, SWE
Weltmeisterschaften der IFSS werden m.W. im Wechsel einmal in Europa, einmal in Übersee ausgetragen.
IFSS-Weltmeisterschaften gibt es inzwischen auch für andere Hundesport - Diszipline: Dryland (Wagenrennen), Canicross, Bikejöring. Im Prinzip alle Sportarten also, die man verbunden mit dem Hund machen kann.
Mehr über die IFSS International Ferderation of Sledddog Sports
Die deutschen Titelträger seit 1990:
1991 Pulka: Heinrich Stahl 1992 4-Hunde-Klasse: Volkmar Stuber 1995 4-Hunde-Klasse: Uwe Radant 1999 offene Klasse: Rudi Ropertz 2003 offene Klasse: Klaus Starflinger 2005 offene Klasse: Klaus Starflinger 2005 4-Hunde-Klasse: Uwe Radant
... und alle bisherigen Weltmeister sind noch aktiv und ganz vorne dabei. Besonders zu beachten ist, dass es zwar die gleichen Musher sind, aber nicht die gleichen Hunde. Hinter den Erfolgen steckt also bei allen Mushern, die über Jahre - sogar Jahrzehnte - hinweg ganz vorne mithalten, ganz großer "Hundeverstand". Also Hunde-Zucht, Hunde-Training, Hunde-Ernährung und Hunde-Motivation und sicher noch viel mehr ...
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